Das neue West-Gymnasium gefährdet den
Westsportplatz
Die Stadt Jena plant, auf großen Teilen des
Westsportplatzes ein neues Gymnasium zu bauen. So weit
so gut, könnte man meinen. Diese Schule wird dringend
benötigt. Das ist richtig. Gebaut werden soll aber östlich
der Hautklinik. Und geplant wird so, dass die Existenz des
gesamten Westsportplatzes bedroht ist!
Was gefährdet dieses Bauvorhaben?
InWest hat seit 1999 im Westen der Stadt mit
umfangreichen Finanzmitteln vom Bund und der Stadt
Jena ein Kleinod geschaffen. Eine Freizeit- und
Sportanlage für Groß und Klein, für Jung und Alt, die
außer den Beachvolleyballfeldern kostenfrei genutzt
werden kann. InWest hat in jahrelanger ehrenamtlicher
Tätigkeit den gesamten Freizeitsport, den Betrieb der
Beachvolleyballanlagen und unzählige Veranstaltungen
(Wohngebietsfeste u.a.) kostenfrei organisiert und
geleitet. InWest hat für beide im Wohngebiet
beheimatete Schulen, für Kindergärten und zahlreiche
andere Gruppen Sportanlagen für Leichtathletik und
Sportspiele bereitgestellt. Die Stadt Jena hat dazu
umfangreiche Gelder bewilligt, um die Anlage zu erhalten
und zu erweitern. So entstand erst in den letzten beiden
Jahren ein unterirdisch bewässerter Rasenplatz. 41
Firmen aus der Stadt, der Region und selbst aus der
Bundeshauptstadt finden das Profil unserer Sportanlage
toll und unterstützen die Anlage seit vielen Jahren mit
stetig wachsendem Engagement. Durch diesen Einsatz
konnte der Verein den Westsportplatz weiter verschönern
und optimieren. Das ist jetzt alles in Gefahr! Diese Gelder
würden, wenn diese Baupläne umgesetzt werden,
sprichwörtlich „in den Sand gesetzt“!
Soll dies alles umsonst gewesen sein?
Am 21.11.2012 fand nun ein Workshop zur Bauplanung
für die neue Schule statt. Sein Verlauf war eine wahre
Katastrophe. Die vorangegangene Ortsbegehung der
Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer begann an
der Gaststätte „Die Taverne“, führte vorbei an den
Flächen der Kleingartenanlage westlich der Hautklinik bis
zum Westsportplatz selbst. Im Workshop aber ging es
plötzlich nicht mehr um jene Fläche als alternatives
Bauland für die neue Schule. Jetzt sprachen die Vertreter
der Stadtverwaltung und von Kommunale Immobilien
(KIJ) nur noch davon, dass östlich der
Universitätshautklinik, also auf Teilen des
Westsportplatzes, gebaut werden solle. Zahlreiche
Teilnehmer hatte man zum Workshop eingeladen. Aber
die Pächter der Gärten, die dort verschwinden sollen und
die Mieter der Garagen am Sportplatz, die man dort
abreisen lassen will, nicht. Hier nämlich soll die Sporthalle
des neuen Gymnasiums entstehen. Daneben Parkplätze
für die neue Schule. Parkplätze! Auch dies zu Lasten des
Sportplatzes! Der Neubau einer Turnhalle sei doch auch
für den Verein eine Wertsteigerung, so sprachen die
Vertreter der Stadtverwaltung im Workshop. Für den
Verein? Es geht nicht um den Verein! Glaubt denn wirklich
jemand, dass eine neue Schulsporthalle dann von der
Stadt kostenfrei dem Freizeitsport zur Verfügung gestellt
wird?
Liebe Wählerinnen und Wähler, liebe Politikerinnen
und Politiker der Ortsteilräte und des Stadtrates,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Schenker!
Hier muss Einhalt geboten werden! Teile der
Stadtverwaltung wollen den Westsportplatz opfern und
wollen andere Bauvarianten von vornherein ausschließen.
In Jena-tv merkte ein Stadtratspolitiker an, dass InWest
immer nur denke, man nehme dem Verein den Sportplatz
weg. Noch einmal: Es geht nicht um den Verein, es geht
um den Sportplatz für die Bürgerinnen und Bürger der
Stadt! Ihnen nimmt man den Platz weg, wenn die
jetzigen Pläne in die Tat umgesetzt werden! In Jena-West
gibt es für unsere Kinder nur einen einzigen Spielplatz
(neben der Weidigsmühle). Der Sportplatz als weitere
Fläche für Sport, Spiel und Erholung würde mit seiner
Bebauung für alle Einwohner geopfert.
Die jetzigen Pläne zur radikalen Verkleinerung des Platzes
für den Freizeitsport sowie der Wegfall großer Flächen
für den Schulsport der IGS „Grete Unrein“ und Westschule
hätten katastrophale Folgen. Es kann nicht akzeptiert
werden, dass der Westsportplatz einerseits zukünftig
sogar von drei Schulen noch intensiver genutzt werden
soll, andererseits dabei aber noch erheblich verkleinert
wird. Eine lehrplangerechte Unterrichtsgestaltung im Fach
Sport ist so nicht möglich. Konflikte wie in benachbarten
Wohngebieten zwischen Schulsportplätzen und dem
Wohngebiet sind ebenfalls vorprogrammiert. Die
Freizeitfußballer würden ihr letztes kostenfreies Domizil in
Jena verlieren. Wo können Vater und Sohn, Opa und
Enkel dann noch hin gehen, um einfach nur Fußball zu
spielen? Diese und ähnliche Fragen hätte InWest auch
gerne im Sonderausschuss der Stadt für
Schulnetzplanentwicklung vorgetragen, der ja diesen
neuesten Plan zum Bau eines Gymnasiums in Jena-West
erarbeitete. Eine Einladung hierzu erhielt der Verein aber
leider nicht.
Die Stadt Jena, die sich gerne als Sportstadt bezeichnet,
würde eine einzigartige grüne Oase im Bereich Jena-
Mitte/West opfern. Davon wären tausende Einwohner
und Freizeitsportler/innen betroffen. Die geringe Fläche
zwischen Hautklinik und Westportplatz reicht insgesamt
nicht aus, um dort ein dreizügiges Gymnasium mit 600
Schülerinnen und Schülern zu errichten! Also versucht
man nun, als faulen Kompromiss, große Flächen des
Westportplatzes dafür zu nutzen. Das darf nicht
geschehen!
Viele Ortsteile der Stadt suchen nach freien Flächen
für Sport und Erholung. Wir haben diese Fläche auf
unserem Westsportplatz. Verhindert die
Verkleinerung unserer Sportfläche!
Hier geht es um ein gesamtgesellschaftliches
Interesse eines ganzen Stadtteils.
Die Einwohner von Jena-Mitte und Jena-West, sowie
alle Nutzer brauchen den Westsportplatz in seiner
jetzigen Größe!
Wir rufen alle Nutzer des Sportplatzes, alle Bürgerinnen
und Bürger von Jena-Stadt und Jena-Mitte auf, diese
Pläne zu verhindern. Tragen Sie sich in die
Unterschriftslisten ein! Helfen sie uns im Kampf zum
Erhalt des Westsportplatzes!
Die Unterschriftenlisten finden Sie unter
petition.inwest-jena.de
Jena, 03.12.2012
Der Vorstand des Vereins
„Initiative Westsportplatz (InWest) „ e.V. Jena